29. Sept.: Markus Orths liest aus seinem Roman "Max"

Max Ernst und seine sechs Frauen

Es ging um Kunst, entartete Kunst, um Dadaismus und Surrealismus. Es ging um den ersten Weltkrieg und den zweiten Weltkrieg und die spannende Zeit dazwischen. Es ging um Leben und Überleben am Rande des Wahnsinns. Und es ging um 6 ungewöhnliche Frauen. Das alles hat Markus Orths in seiner eineinhalb stündigen Lesung perfekt in Szene gesetzt. Der Autor von "Max", stellte seine Roman-Biographie über den Maler Max Ernst vor, der zusammen mit seinen Frauen und Musen ein wahrhaft facettenreiches Leben als armer Künstler, Herzensbrecher, Geächteter, Flüchtling aber letztlich auch als Familienvater führte. Der geniale Wortwitz und die verrückten Ideen der Künstlergruppe um Max Ernst brachten die 50 Zuhörer in der voll besetzten Lesbar immer wieder zum Lachen. So z.B. Hans Arp's kurzes Gedicht über den Purzelbaum mit seinen Purzelästen, Purzelzweigen und Purzelwurzeln. Witzige Kalauer hier, tödlicher Ernst da. Markus Orths führte sein Publikum mit einer Mischung aus Lesung und Erzählung souverän über den schmalen Grad zwischen Dada nonsense und dem unbeschreiblichen Leiden in den beiden Weltkriegen. Ein Meisterleistung des sympathischen Autors, feinsinnig und klug, wie sein Roman. 

 

20. März 17: Deutsch für Fortgeschrittene mit Tomer Gardi

Wie sagt man auf Deutsch?"

Von Anfang an hatte Tomer Gardi sein Publikum in der Lesbar im Griff. Nach der Anfangsmoderation durch den Weilheimer Künstler Florian Appel gelang es Tomer Gardi mühelos die über 30 Zuschauer in der Lesbar zu begeistern und in seinen Vortrag einzubinden. Er las das Anfangskapitel aus seinem Roman "Broken German" und immer, wenn ihm scheinbar ein Wort fehlte und er fragte, "Wie sagt man auf Deutsch?", sprang das Publikum ein, suchte mit und half. So gestaltete sich der Abend zu einer äußerst entspannten Unterhaltung unter Freunden über alle Migrationsgrenzen und durchaus ernsten Zwischentöne hinweg. Es ging um "Volkerverständigung" und "Völkerverständigung". Ein junger Zuschauer trug spontan einen Witz über Migranten bei, schallendes Gelächter und ein tosender Applaus machte ihn zum Joker des Abends. Tomer Gardi war selbst überrascht und begeistert zugleich. Gelöste Stimmung allenthalben, nicht zuletzt wegen des überschäumenden Temperaments und der positiven und mitreißenden Art des Autors. "Perfekt", sagt man auf Deutsch!